Die ersten Sonnenstrahlen wecken uns aus dem Tiefschlaf und wärmen langsam die kalten Glieder. Eine willkommene Aufwärmung nach einer doch eher kalten und durchgefrorenen Aprilnacht. Traumhafter Sonnenaufgang über dem Bodensee, magisches Morgenrot am Ufer. Was für ein Start in den Tag.
Rahel Thommen (Praktikantin CLEVER)
Knapp zwei Monate verbrachte die Ausstellung CLEVER in der Ostschweiz, am idyllischen Ufer des Bodensees in Arbon. Unser Motto: Campen statt Pendeln. Anstatt jeden Tag bis zu sechs Stunden im Zug zu verbringen, entschieden wir uns, unsere Zelte auf dem Campingplatz Buchhorn in Arbon aufzuschlagen. Freundlich wurden wir von den Campingbesitzern empfangen und durften uns jeden Abend einen Platz direkt am See aussuchen. Und wenn dem Campingkocher das Gas ausging, gab es das kleine vom Besitzer betriebene Lokal, mit warmer Küche. Die Auswahl an Essen war klein, dafür die Schlagermusikauswahl umso grösser. Aber nun zum Tagesablauf der Clever-Praktikantinnen.
Die Ausstellung steht. Lebensmittel, Kleidung, Gartenartikel und Elektrogeräte, sowie die unterschiedlichsten Flyer, Infoplakate und Leseecke zu allen Themen rund um die Nachhaltigkeit und unseren Konsum. Jeden Morgen, eine halbe Stunde vor der ersten Führung, wird alles aufgebaut - Kassen gestartet, Posten installiert und sich in die Uniform gestürzt. Unsere Morgen sind gefüllt mit Führungen. Pro Schulklasse haben wir 1.5 Stunden. Es geht Schlag auf Schlag. Die Klasse wird in Gruppen aufgeteilt und arbeitet an drei verschiedenen Posten. Unser Ziel ist, den Schüler/Innen das bewusste Einkaufen näher zu bringen. Im Mittelpunkt stehen Fragen wie: "Was steckt eigentlich hinter einem Stück Rindfleisch? Oder wie wurde nun meine Banane produziert? Und wie wirkt sich dies auf unsere Umwelt und uns Menschen aus?". In einer kurzen Zeit so prägnant und informativ wie möglich zu sein, ist nicht immer so einfach, wir hätten doch so viel zu erzählen. Aber die Zeit drängt. Zum Abschluss gibt es eine Feedbackrunde. Was haben sie gelernt und vor allem was können sie in ihrem Alltag auch umsetzen. Und hier wird immer klar, egal welches Niveau oder wie motiviert sie sind, mitnehmen tun alle was. Und genau darum geht's doch.
Bevor wir nach dem Mittag die Ausstellung öffnen, geniessen wir das traditionelle Mittagessen am Bodensee. Nachhaltig soll es sein, das ist unsere Devise. Und für manche auch Vegan. Eine Challenge? Überhaupt nicht, auch hier heisst es, Übung macht den Meister. An dieser Stelle noch kurz ein Erfolgserlebnis: Der Coop in Arbon hat jetzt auch vegane Muffins im Sortiment. Unsere Anwesenheit hat also was bewirkt. Wir interpretieren diese Umstellung jedenfalls so. Die Nachmittage sind meistens ruhiger. Für die einzelnen Besucher können wir uns so richtig Zeit nehmen und das eine oder andere Mal spannende und lehrreiche Diskussionen führen. Lernen tun wir jeden Tag neues und langweilig wird es uns nie. Gibt es mal längere Zeiten ohne Besucher, vertiefen wir unser Wissen mit Filmen, Berichten und Beiträgen rund ums Thema Nachhaltigkeit.
Um 18 Uhr wird unser Laden geschlossen. Und anstatt die lange Zugfahrt auf uns zu nehmen, gibt's ein Bierchen am See, mit Schlager bei Sonnenuntergang. Der Reissverschluss geht zu und wir freuen uns auf einen weiteren Tag im CLEVER.