Fair anstatt Fast Fashion!

Anina Mutter, nennt sich selbst „Sustainable Style Warrior“ und sieht sich selbst als Kuratorin für nachhaltige Inhalte. Sie versucht auf ihrem Blog die wichtigsten Informationen für all diejenigen Personen zusammen zu tragen, die in ihrem Alltag keine Zeit finden, sich in Studien zu vertiefen oder selber zu recherchieren. „Information ist der Schlüssel zu einem bewussteren Lebensstil“, sagt Anina. Sie versucht jede und jeden, der sich dafür interessiert, auf ihren Weg zu einem nachhaltigeren Lifestyle mitzunehmen und aufzuzeigen, dass Nachhaltigkeit weder langweilig noch anstrengend sein muss. Ganz im Gegenteil!

In ihrer Kindheit hat Anina von ihrer Familie schon früh Empathie und Respekt für die Umwelt und die Menschen gelernt. Während ihrem Studium in „Design Management“, setzte sie sich vermehrt mit dem Thema faire und nachhaltige Mode auseinander und schrieb ihre Bachelor Arbeit zum Thema "Fair Fashion". Ihr wurde klar, dass Nachhaltigkeit viel weiter geht als die Produktion und Konsum von Lebensmitteln.

Für unsere Ausstellung CLEVER hole ich mir Tipps und Tricks von Anina. Denn im CLEVER werden Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit der Problematik der Kleiderherstellung konfrontiert. Und es braucht für sie umsetzbare Lösungen, damit auch sie etwas zur nachhaltigen Mode beitragen können

Anina, was hast du dir als letztes gekauft?
Bücher

Was sind für dich die schlimmsten Missstände in der Kleider- und Schuhbranche?
Die Verschmutzung und Belastung der Umwelt durch die Produktion und die Abfallberge danach, sowie auch die fatalen Arbeitsbedingungen. Und ganz klar unser eigenes Konsumverhalten!

Wie lange muss ein Kleidungsstück getragen werden, bis es nachhaltig ist?
Es sollte nicht vor seiner Lebensdauer weggeschmissen werden, sprich bevor es so kaputt ist, dass es nicht wieder geflickt werden kann. Ich habe zu meinen Kleidungsstücken eine andere Beziehung entwickelt und sogar angefangen, die Kleider zu flicken. Es ist ein spannendes Gefühl, wenn man merkt, wie sich das eigene Konsumverhalten immer mehr ändert. Kleiderflicken fühlt sich zum Beispiel super an!

Ist «Fair Fashion» nachhaltiger als «Second Hand»?

Das ist eine schwierige Frage. Aber ich glaube, dass es nachhaltiger ist, diejenigen Kleider zu benutzten, die schon im Umlauf sind. Somit müssen nicht neue Ressourcen gebraucht werden. Allgemein sollte die Konsummenge verringert werden, um die Ressourcen zu schonen. Es soll ein bewusster Umgang mit Mode entstehen.

Gibt es «Fair Fashion»-Marken für Junge?

Ja, zum Beispiel die Linie „rework“ von «Fizzen», «Armed Angels» und «Ethletic» oder «Veja Schuhe». Das sind ziemlich coole Brands!

Welche Shops würdest du in Bern, Basel und Zürich weiterempfehlen?
Den «Fizzen»-Laden oder «Rrrevolve». Gerne dürfen sich die Leute auch bei mir persönlich melden und sich Tipps holen. Dafür bin ich ja da.

Bei Fragen meldet euch unter:

www.blossik.com

anina[at]blossik.com

@aninamutter

Welche drei Tipps würdest du den Leserinnen oder den Besuchern von CLEVER geben?

1)     Ganz wichtig ist es, einen Bewusstseinsfilter einzubauen, um unser Konsumverhalten schon vor dem Kauf eines Kleidungsstückes zu überdenken: „Brauche ich dieses Kleidungsstück wirklich?“

2)     Man soll sich selbst nicht überfordern. Man muss nicht alles auf einmal perfekt machen. Schritt für Schritt ist hier die beste Lösung (sonst wäre ich beim vegan werden schon nach einer Woche gescheitert).

3)     Versuchen, sich lokal zu orientieren und zum Beispiel auch Läden mit Schweizer Produkten oder Handwerk zu unterstützen.

 

Herzlichen Dank, Anina, für das spannende Interview. 

Michèle Stebler, Biovision

 (Copyright Bild: Dominik Meier)

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