Nachhaltig konsumieren kennt keine Grenzen

"The bigger the blue surface, the more sustainable your purchase is". Ich höre mich den Satz, den ich normalerweise ständig auf Schweizerdeutsch ausspreche, an diesem Tag zum x-ten Mal auf Englisch sagen und bin begeistert. Die vielen internationalen Begegnungen an jenem Tag machen mir einmal mehr bewusst, dass die Themen Nachhaltigkeit und Konsum jeden einzelnen von uns betreffen und dies über Landes-, Sprach- und Kulturbarrieren hinaus.

Judith Schärer, Praktikantin Ausstellung CLEVER

Luzern ist bekanntlich eine viel besuchte Stadt und einige der Touristen besuchen auch das Verkehrshaus, wo der CLEVER im Moment platziert ist. Wir sind also bei der Betreuung der Ausstellung nicht nur inhaltlich sondern auch sprachlich gefordert. An diesem Sonntagmorgen besucht uns zuerst eine Gruppe von Hochschul-Studenten im Rahmen einer internationalen "Summer School" der ZHAW Wädenswil. Wir führen die rund 30 Studenten verschiedenster Länder in unser Bewertungssystem ein und lassen sie dann ihren virtuellen Einkauf tätigen. Viele sind sehr begeistert und stellen interessante Fragen - mein Englisch ist also bereits vor der Mittagspause aufgewärmt für den internationalen Tag, der weiterhin folgen soll.

Am frühen Nachmittag kommt dann nämlich ein kleiner Junge vorbei und will auf Englisch von uns wissen, warum sein begehrtes Nutella auf unserem Kassenbildschirm eine so kleine Fläche generiert. In einer uns fremden Sprache erklärt er seinen zwei Freundinnen anschliessend unsere Antwort, dass auf Kakaoplantagen häufig Kinder hart arbeiten müssen und das Palmöl, welches in Nutella steckt, oftmals den Regenwald bedroht. Neugierig fragen wir ihn, in was für einer Sprache sie sich unterhalten. "Serbisch", antwortet er. Und auf unsere Frage, woher sein perfektes Englisch mit britischem Akzent stammt, entgegnet er: "Weil ich in London wohne! Ich bin in der Schweiz nur auf Durchreise und besuche meine zwei Freundinnen, welche hier in Luzern wohnen." Nach dieser weiteren internationalen Begegnung verläuft der Nachmittag gewohnt schweizerisch, mit altbekanntem breitem Berndeutsch, einem ostschweizerischen Einschub oder einem zürcherisch angehauchten "Grüezi".

Dann werden meine Sprachkenntnisse allerdings doch noch einmal gefordert. Eine Dame mit dunklem Haar betritt die Ausstellung. Ihre wachen braunen Augen schauen sich begeistert um und aufmerksam mustert sie alle unsere Produkte. Nach anfänglicher Unsicherheit, ob sie fünf Minuten vor Schluss überhaupt noch stören darf, spricht sie mich doch noch mit ihrem indischen Akzent an. Sie stellt sich als Mitglied der Leitung einer Wissenschaftsorganisation in Cambridge vor und ist höchst interessiert am Engagement und den Projekten von Biovision. Erst als ihre Familie ihr zum dritten Mal klar macht, dass die Verantwortlichen des Verkehrshauses sie zum gehen aufgefordert hätten, da man gerne schliessen möchte, kann sie sich von der Ausstellung und unserer Unterhaltung losreissen.

Diese Vielzahl an Besuchern mit unterschiedlichster Hautfarbe, Sprache und Herkunft, welche wir an diesem Sonntag in der CLEVER-Ausstellung begrüssen, zeigt mir einmal mehr auf, dass das Thema Nachhaltigkeit jeden einzelnen von uns betrifft. Was für eine Chance, dank CLEVER unser Anliegen eines nachhaltigen Konsumverhaltens auch über die Landesgrenzen hinauszutragen!

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